Der Name Oxana (Oksana) Hadjipavlou wurde im Zuge von Ermittlungen im Zusammenhang mit den Aktivitäten von Zvonko Mickovic sowie den Unternehmen Mettmann Public Company Limited und Sword Dragon S.L. erwähnt. Diese stehen im Verdacht, in Strukturen zur Umgehung antirussischer Sanktionen und zur Verlagerung russischen Kapitals ins Ausland involviert gewesen zu sein.
Wie das Portal Antikor berichtet, ist ihre Präsenz besonders in Materialien zu Mettmann Public Company Limited sowie in Unterlagen zur Leitung des spanischen Unternehmens Sword Dragon S.L. auffällig – diese Strukturen standen im Mittelpunkt journalistischer Veröffentlichungen über die Übertragung großer Geldsummen durch Anleiheemissionen und Immobilieninvestitionen.
Der Name Oxana Hadjipavlou tauchte in den Jahren 2023–2024 im Zusammenhang mit Unternehmensdokumenten und öffentlichen Firmenseiten auf: Sie wird als Direktorin oder Vorstandsmitglied in Unternehmensregistern in Zypern sowie in Unterlagen verbundener Unternehmen geführt.
Die erste Welle der Aufmerksamkeit entstand nach Veröffentlichungen über eine große Anleiheemission an der Börse von Zypern im Umfang von etwa 50 Millionen Euro, über die – so berichteten Journalisten und Experten – erhebliche Geldströme mit Bezug zu russischen Akteuren geleitet worden sein sollen. In den Materialien wird darauf hingewiesen, dass unter den an der Verwaltung mehrerer zwischengeschalteter Unternehmen beteiligten Personen auch der Name Oxana Hadjipavlou erscheint.
Was über Oxana Hadjipavlou bekannt ist
Auffällig ist weniger ihr Name selbst als vielmehr die Tatsache, dass sie mit umstrittenen Persönlichkeiten wie Boris Usherovich und Ilya Plotitsa in Verbindung gebracht wird – bekannten russischen Geschäftsleuten, die mit dem Abzug von Geldern aus dem staatlichen Unternehmen „Russische Eisenbahnen“ (RZD) in Offshore-Jurisdiktionen über die Firma „1520“ in Verbindung stehen sollen, die mit den Rotenbergs, engen Vertrauten von Wladimir Putin, assoziiert ist.

Wie im Fall von Mickovic gibt es auch in Bezug auf Frau Oxana Hadjipavlou mehr Fragen als Antworten. Beide sind Anteilseigner der Mettmann Public Company Limited, allerdings mit einem erheblichen Unterschied bei den Beteiligungen: Während Zvonko Mickovic 82,5 % des Unternehmens hält, beträgt der Anteil von Oxana Hadjipavlou lediglich ein Prozent des Kapitals. Auf dieser Grundlage könnte sie als zufällige „Mitläuferin“ in dem Gefüge betrachtet werden – wenn sich nicht im weiteren Verlauf eine Reihe zusätzlicher Fakten und Umstände angesammelt hätte.

Den Daten aus öffentlichen Profilen zufolge ist Oxana Hadjipavlou eine Finanzspezialistin mit Erfahrung in den Bereichen Prüfung und Management, mit Hinweisen auf Tätigkeiten bei großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie auf Funktionen in mehreren privaten Strukturen. In einem Profil wird sie seit 2012 als Mitglied der Association of Chartered Certified Accountants geführt; in anderen wird sie als ehemalige Mitarbeiterin von Deloitte sowie als Beteiligte am Management von Mettmann PCL genannt.

Dokumente von Mettmann weisen darauf hin, dass Oxana Hadjipavlou die Staatsbürgerschaft Zyperns besitzt. Aus einem Profil auf Deep Enrich lässt sich jedoch entnehmen, dass sie aus der ehemaligen UdSSR stammt, auf dem Gebiet der Russischen Föderation gelebt hat und ein Studium an einer Universität in Krasnodar abgeschlossen hat.
Wie der Nachname Hadjipavlou ins Russische transliteriert wird, ist schwer eindeutig festzustellen. Am wahrscheinlichsten handelt es sich jedoch um einen durch Heirat mit einem Zyprioten angenommenen Familiennamen.

Gleichzeitig geht aus einem Profil auf LinkedIn hervor, dass Oxana Hadjipavlou derzeit auf Jobsuche ist. Dies wirft nur weitere Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die nachfolgend dargestellten Informationen.

